Aktuelles


Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V.

Verein zur Unterstützung der Städtepartnerschaft mit der Stadt Dêrik in Nordsyrien

Freitag, 29.3.2019, 19:00 – 21:00 Uhr • im Rathaus Kreuzberg, Yorckstr. 4-11, 10965 Berlin, R. 1053 (ehemaliger Bezirksamtssitzungssaal, 1. Etage)

Frauenbefreiung in Nordsyrien

Erfolgreiche Ansätze im Kampf um Gleichberechtigung

Veranstaltung des Städtepartnerschaftsvereins Friedrichshain-Kreuzberg - Dêrik e.V. in Kooperation mit der Frauen- und Gleichstellungsbeautragte des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg Frau Petra Koch-Knöbel


Mit Auszügen aus dem arte-Film "Syrien-Rojava stellt Frauen gleich", einem multimedialem Bericht über die Eindrücke im Rahmen der Delegationsreise des Städtepartnerschaftsvereinbs nach Dêrik zur Arbeit der Selbstverwaltung, den Fraueneinrichtungen und dem Besuch des Frauendorfes Jinwar  von Elke Dangeleit.

Vortrag vom kurdischen Frauen Rat Dest-Dan (angefragt) über die Situation der Frauen in Nordsyrien (Kurdinnen, Araberinnen, Christinnen, Ezidinnen), über die Arbeit der Frauenorganisation Kongra Star in den Strukturen der Selbstverwaltung, das Konzept der kurdischen feministischen Ideologie ‚Jineologie‘ und den Stand der praktischen gesellschaftlichen Umsetzung

Kurdische Nachrichten in deutscher Sprache

BVV Friedrichshain Kreuzberg / 27.02.2019

Es ist geschafft!

Die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg beschließt mit überwältigender Mehrheit die Städtepartnerschaft mit Dêrik

Die Bezirksverordnetenversammlung von Berlin Friedrichshain-Kreuzberg beschloss am 27. Februar 2019 in einem gemeinsamen Antrag von der Partei DIE LINKE, Bündnis90 Die Grünen und der SPD eine Städtepartnerschaft mit der nordsyrischen Stadt Dêrik. Dem Antrag sind zuvor die Fraktion Die Partei/Piraten und die Gruppe der FDP beigetreten. Elke Dangeleit von der einbringenden Linksfraktion betonte in ihrer Rede, dass eine solche Partnerschaft, die den Frieden und Solidarität fördern der einzig richtige Weg ist Fluchtursachen zu begegnen.

Mit diesem Beschluss des Bezirksparlaments ist Friedrichshain-Kreuzberg die erste Kommune in Deutschland, die eine Städtepartnerschaft mit einer Stadt in Nordsyrien eingeht.


Im Herbst 2017 wandten sich die Bürgermeister*innen von Dêrik über unseren Verein an die Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin mit dem Vorschlag, eine Städtepartnerschaft anzustreben. Sie nahmen darin Bezug auf die Gemeinsamkeiten der Städte: multikulturell, multiethnisch, und solidarisch im Umgang mit Geflüchteten. Der Städtepartnerschaftsverein wurde per BVV-Beschluss vom 20.9.2017 mit der Vorbereitung der Partnerschaft beauftragt. Durch gut besuchte Film- und Informationsveranstaltungen über die Region machten wir das Anliegen aus Dêrik publik.


Was haben wir bisher erreicht?


Im Oktober 2018 fuhr eine erste Delegation des Vereins nach Dêrik, konnte persönliche Kontakte aufnehmen und erste Kooperationsprojekte auf den Weg bringen.

In Dêrik gibt es ein großes Flüchtlingscamp mit Ezid*innen aus dem Shengal/Irak, die im August 2014 vor dem Islamischen Staat (IS) geflüchtet sind. Heute kommen aber auch mehr und mehr Geflüchtete aus dem von der Türkei annektierten Afrin im Westen Nordsyriens. Die Bürgermeister*innen bemühen sich - trotz des Embargos der Türkei, der kurdischen Regionalregierung im Nordirak und der syrischen Regierung - den Geflüchteten ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Auf Wunsch der Bewohner*innen haben wir zu Weihnachten in einer Spendenaktion 2500€ für die Einrichtung einer Nähwerkstatt in dem Flüchtlingscamp gesammelt.


In enger Kooperation mit der Stadtverwaltung wurde ein erstes Begrünungsprojekt gestartet: die Wiederaufforstung eines ausgetrockneten Flussbettes und die Anlage von Nachbarschaftsgärten. Über die Nord-Süd-Stiftung bekamen wir hier für Mittel vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bewilligt.

Die Landesentwicklungszentrale (LEZ) bewilligte außerdem weitere BMZ-Mittel, damit eine Delegation aus Dêrik einen Gegenbesuch durchführen kann. Im Frühjahr werden nun die Bürgermeister*innen und Vertreter*innen der Stadtverwaltung im Bezirk erwartet. Mit einem gemeinsamen Festakt soll dann die Städtepartnerschaft von den Bürgermeister*innen der beiden Kommunen beurkundet werden.


Hoffnung für den Mittleren Osten und darüber hinaus


Mit dieser Städtepartnerschaft möchten wir ganz praktisch unsere Solidarität ausdrücken und die Bemühungen unterstützen, in Nordsyrien - trotz der Drohungen der türkischen Regierung mit einer Militärinvasion (wie in Afrin geschehen) - eine demokratische, gleichberechtigte und ökologische Selbstverwaltung zu gestalten. Umgekehrt möchten wir von diesem in der Region einzigartigen, multiethnischen, multireligiösen und basisdemokratischen Modell lernen und hoffen, dass ein problemloser Besuch und gegenseitiger Austausch bald möglich ist. Es gibt auch schon Bestrebungen von Betrieben und Kollektiven aus Friedrichhain/Kreuzberg, eigene Partnerschaften mit Projekten und Kooperativen in Dêrik aufzubauen, um auf diese Weise die Städtepartnerschaft weiterzuentwickeln.


In Frankfurt, Oldenburg, Tübingen, Nürnberg und Herford/Löhne gibt es ebenfalls Initiativen, Städtepartnerschaften mit Städten in der „Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien“ abzuschließen.

anfdeutsch.com / 13.12.2018

Mobilmachung in Nordsyrien

 

Mit einer schriftlichen Erklärung hat der Exekutivrat der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien nach der Ankündigung einer Militärinvasion in der Region durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zur Mobilmachung aufgerufen. Die Autonomieverwaltung verweist darauf, dass Erdoğan nicht nur auf den Norden und den Osten Syriens abziele, sondern auf die territoriale Gesamtheit des Landes. In der Erklärung heißt es:

„Wir verurteilen Erdoğans feindliche Verlautbarungen und Drohungen gegen unsere Region. Seit Beginn der Syrien-Krise bemüht sich Erdoğan, der Türkei einen Teil des syrischen Territoriums einzuverleiben, um eine Rückkehr zu den Grenzen des Nationalpakts Misak-ı Milli zu erreichen. Erdoğans Ziel ist nicht nur Nord- und Ostsyrien, sondern die territoriale Unversehrtheit Syriens.

Während der IS in Deir ez-Zor in den letzten Zügen liegt, droht Erdoğan mit einer Besatzung Syriens. Auf diese Weise soll die Existenzdauer des IS verlängert werden.Der türkische Staat betrachtet die gesellschaftliche Solidarität in Syrien und das Zusammenleben der Völker in Nord- und Ostsyrien als Bedrohung seiner eigenen Interessen und will dagegen vorgehen. Gleichzeitig zielt die Erklärung Erdoğans auf die Erfolge des Kampfes gegen den Terror der internationalen Koalition gegen den IS und die Sicherheit der syrischen Bevölkerung östlich des Euphrat ab. Die Türkei stört die sichere Situation.

Als Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien rufen wir die Vereinten Nationen, die internationale Koalition gegen den IS sowie internationale Institutionen dazu auf, gegen Erdoğans feindliche Pläne Stellung zu beziehen. Es wird internationales Recht verletzt. Die Besatzung ist eine Verletzung internationaler Abkommen. Wir rufen die NATO-Staaten auf, sich gegen Erdoğans Politik zu stellen. Diese Politik widerspricht den Prinzipien der NATO, weil Erdoğan ein Gebiet angreifen will, das die Sicherheit der Türkei nicht gefährdet. Die Regierung Syriens rufen wir dazu auf, eine offizielle Haltung gegen die Angriffsdrohungen zu zeigen. Erdoğan will einen Teil des syrischen Territoriums besetzen und verletzt damit die syrische Souveränität.

Die demokratischen Kräfte in der Region und weltweit rufen wir dazu auf, sich an die Seite der betroffenen Völker und gemeinsam mit uns gegen die Partnerschaft zwischen dem IS und Erdoğan zu stellen. Wir rufen dazu auf, dem von Erdoğan ausgerufenen Genozid an unserem Volk entgegenzutreten.

Als Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien erklären wir die Mobilmachung. Wir rufen das gesamte ehrenhafte Volk Syriens dazu auf, sich vereint gegen die Besatzungspolitik des türkischen Staates zu stellen. Es ist an der Zeit, unser Land und unser Volk mit unserer ganzen Kraft zu verteidigen. Um unsere territoriale Integrität und die Geschwisterlichkeit der Völker zu verteidigen, müssen wir uns unter Einsatz aller unserer Möglichkeiten schützen.“

Begrünungsprojekt in Dêrik in Kooperation mit der NGO Make Rojava Green Again

Der Stadtgraben von Derik

Eines der von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Kooperationsprojekte ist die Sanierung und Begrünung des halbringförmig um die Stadt herumführenden Flussbettes (auf der Karte in Blau von unten links bis oben mitte-rechts) durch eine sinnvolle Bepflanzung. Wegen der Wasserpolitik der Türkei ist das Flussbett die meiste Zeit des Jahres ausgetrocknet. Da allerdings die Türkei jederzeit die Schleusen öffnen kann, muss das Flussbett für den Fall von Überschwemmungen freigehalten werden.

Eine Schule in Derik


Die Bilder zeigen unsere Partnerschule. Auf dem Schulgelände soll mit unserer finanziellen Unterstützung ein Schulgarten sowie Sitzmöglichkeiten auf dem Schulhof geschaffen werden. Die dafür

notwendige Planung erfolgt in Abstimmung mit der Schülerschaft und den Lehrkräften. Während der Ferienmonate wird die Schule die Pflege und Bewässerung der Beete übernehmen. Um Schattenbereiche auf dem Schulhof zu schaffen, müssen Bäume finanziert und gepflanzt werden. Die Schule wünscht sich auch weitere Basketballkörbe und Basketbälle.

Treffen mit Delegationsteilnehmer*innen aus Oldenburg in Berlin

Am 27. Juli besuchten uns 2 Mitglieder des Vereins ‚Städtefreundschaft mit Afrin‘ aus Oldenburg, die im Mai an einer Delegationsreise nach Kobane und Gire Spi in Nordsyrien teilnahmen. Der Oldenburger Verein engagiert sich besonders für Partnerschaften zwischen Schulen aus der nordsyrischen Region und Oldenburg. Wir tauschten uns über ihre Erfahrungen vor Ort mit dem dortigen Bildungssystem aus. Begeistert erzählten sie, wie die Lehrer*innen dort mit großem Enthusiasmus an einer Reformierung des Schulsystems arbeiten, obwohl es an den einfachsten  Dingen mangelt. Mittlerweile sind Schulbücher in mehreren Sprachen erarbeitet

worden, aber es mangelt an gedruckten Ausgaben für alle Schüler. Wurden vorher die Schüler nur in arabisch unterrichtet, werden die Kinder jetzt von der 1. bis zur 3. Klasse in ihrer Muttersprache unterrichtet. Danach kommt bis zur 6. Klasse die 2. Sprache hinzu, so dass alle Kinder mindestens zwei Sprachen ihres Landes lernen. Ab der 7. Klasse kommt Englisch als Fremdsprache hinzu. In den Ferien besuchen die Lehrkräfte für 45 Tage eine Fortbildungsakademie, wo sie neue Unterrichtsformen wie Projektunterricht u.ä. kennenlernen. Alle Lehrkräfte müssen, bevor sie unterrichten dürfen, unterschreiben, dass sie Schüler*innen nicht schlagen. In einer Region, wo autoritärer Frontalunterricht, Gewalt und Unterdrückung der Schüler*innen an der Tagesordnung ist, stellt das eine kleine Revolution dar.


Wir konnten viel von den Erfahrungen der Oldenburger Freund*innen lernen. Im Moment planen wir mit der Stadtverwaltung in Dêrik und der Initiative ‚Make Rojava Green Again‘ die Anlage von Schulgärten und die Begrünung von Teilen eines brachliegenden Flussbettes, das sich durch die Stadt zieht. Dieses Projekt soll der Anfang sein für unser Engagement in unserer Partnerstadt zu den Themen Ökologie, Renaturierung/Wiederaufforstung, Abfallentsorgung und Bildung.


Dafür sind wir auf Spenden angewiesen.

Unser Spendenkonto lautet:

Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V.

IBAN: DE54 4306 0967 1225 6804 00

BIC: GENODEM1GLS

GLS-Bank

Interview mit Elke Dangeleit bei ÇIRA-TV

Wir sind Mitglied

gefördert von:

In der taz erschien am 06.02. ein Artikel zu Wiederaufforstungsprojekten im Norden Syriens:

http://www.taz.de/!5479721/

 

Auch wir möchten als Verein in ökologischen Projekten in und um Dêrik aktiv werden.

Make Rojava green again!

 

Auch unsere Freunde von der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg und San Rafael del Sur engagieren sich in Sachen Klimaschutz. In der Pressemitteilung des Bezirksamts wird das Renaturierungsprojekt eines ehemaligen Kalkabbaugebietes vorgestellt:

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.673481.php

 

Im Dezember wurden in Derik die neuen Regionalräte für den Kanton Cizire gewählt. ANF berichtet:

http://anfdeutsch.com/rojava-syrien/wir-waehlen-unsere-vertreter-innen-542

 

Jinwar - das Dorf der freien Frauen:

https://jinwar.org/de/ueber-uns/

 

Spendenaufruf

6. Jahrestag von Rojava am 22.Juli in Berlin


Am 22. Juli feierte die kurdische Community den 6. Jahrestag des Bestehens von ‚Rojava‘ auf dem Blücherplatz in Friedrichshain-Kreuzberg. ‚Rojava‘ heißt auf kurdisch ‚Der Westen‘ und war die ursprüngliche Bezeichnung der selbstverwalteten, vom IS befreiten Gebiete im Norden Syriens. Heute nennt sich das Gebiet ‚Demokratische Föderation Nordsyrien‘. Mit diesem Namen wollen die Bewohner*innen der Region dem immer wieder erhobenen Vorwurf, ein System nur für Kurd*innen zu etablieren, entgegenwirken. Wie der Name schon sagt, wollen die Menschen dort einen föderalen Status innerhalb Syriens. Sie setzen sich auch für ein demokratisches, föderatives System in Syrien ein, in dem alle ethnischen und religiösen Minderheiten ihren Platz haben.


Wir waren auch mit einer Grußbotschaft präsent und stellten dort unsere Städtepartnerschaft mit Dêrik vor. Unser Engagement wurde sehr positiv aufgenommen. Spontan meldeten sich Leute, deren Familie in Dêrik lebt und boten ihre Unterstützung an.


Infoveranstaltung über die Delegationsreise nach Derik am16. November 2018 im Jockel