Presse


Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V.

Verein zur Unterstützung der Städtepartnerschaft mit der Stadt Dêrik in Nordsyrien

Presseecho zum BVV Beschluss zur Städtepartnerschaft

Kreuzberger Außenpolitik

Bezirksparlament von Friedrichshain-Kreuzberg beschließt offizielle Partnerschaft mit Stadt in Nordsyrien

Von Nick Brauns

                                                                                  Als erste deutsche Kommune hat der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine Städtepartnerschaft mit

                                                                                  einer Stadt im nordsyrischen Selbstverwaltungsgebiet Rojava beschlossen. Am Mittwoch abend stimmte die

                                                                                  Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit großer Mehrheit dem Antrag von Linkspartei, Grünen und SPD zu,

                                                                                  dass Derik (arabisch: Al-Malikiya) offizielle Partnerstadt werden soll. Selbst aus der CDU gab es nur eine

                                                                                  Enthaltung bei keiner Gegenstimme.

Derik – der Name ist assyrischen Ursprungs – liegt im Nordosten Syriens an der Grenze zur Türkei und dem Irak. Das Bürgermeisteramt der mehrheitlich von Kurden und christlichen Assyrern bewohnten Stadt mit 26.000 Einwohnern ist paritätisch von einem Assyrer und einer Kurdin besetzt. Bei der Stadt befindet sich ein großes Flüchtlingslager, in dem Jesiden aus dem Nordirak sowie syrische Binnenvertriebene unter anderem aus dem türkisch besetzten Afrin leben.

Im Herbst 2017 schlugen die Kobürgermeister von Derik, Ebd Elmeshi Cucu und Dejla Muhammed Hamo, eine Partnerschaft mit Friedrichshain-Kreuzberg vor. Beide Kommunen seien besonders multikulturell und multikonfessionell geprägt, solidarisch im Umgang mit Geflüchteten und setzten sich offensiv gegen Rassismus und Diskriminierung ein, betonten sie die Gemeinsamkeiten in einem Schreiben. Einem Antrag der Fraktion von Die Linke, eine Städtepartnerschaft in die Wege zu leiten, wurde zwar zunächst von der BVV zugestimmt und ein Freundschaftsverein gegründet. Doch im Januar 2018 drohte das Projekt am Einspruch von Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) zu scheitern. Diese hatte eine Stellungnahme des Auswärtigen Amtes angefordert, wonach der BVV-Beschluss eine Frage »ausschließlicher Bundeskompetenz« berühre und die Bundesrepublik die »Demokratische Föderation Nordsyrien« nicht anerkenne.

Der Städtepartnerschaftsverein verzichtete fortan auf die Benennung der »Demokratischen Föderation«, setzte aber seine Aktivitäten fort und leitete erste Kooperationsprojekte ein. So wurde mit Geldern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein Projekt für ein ausgetrocknetes Flussbett sowie die Anlage von Nachbarschaftsgärten in Derik begonnen. Zudem wurden Spenden für eine Nähwerkstatt in dem nahe gelegenen Flüchtlingslager gesammelt. Eine Kooperation ging zudem das linke Buchhandelskollektiv in der Kreuzberger Oranienstraße 21 mit einem Buchladen in der Partnerstadt ein.

Diese Praxis des im Bezirk gut vernetzten Freundschaftsvereins scheint schließlich die Bezirksbürgermeisterin und die Abgeordneten der BVV überzeugt zu haben. Mit einem Festakt im Frühjahr soll die Städtepartnerschaft von den Bürgermeistern der beiden Kommunen beurkundet werden. Linke-Bezirksverordnete Elke Dangeleit, die bereits in den 1980er Jahren für die Alternative Liste (AL) im Kreuzberger Bezirksparlament saß, sieht die Partnerschaft mit Derik in der Tradition der 1986 geschlossenen Städtepartnerschaft mit der von den Sandinisten regierten Kommune San Rafael del Sur in Nicaragua. »Wir möchten ganz praktisch unsere Solidarität mit der Bevölkerung in Nordsyrien ausdrücken, die einen hohen Blutzoll im Kampf gegen den IS gezahlt hat«, erklärte Dangeleit gegenüber junge Welt.

In Frankfurt am Main, Oldenburg, Tübingen, Nürnberg und Löhne gibt es ebenfalls Initiativen, die sich für Partnerschaften mit Städten in Rojava einsetzten. Das Modell von Friedrichshain-Kreuzberg könnte ihnen Rückenwind geben.


Mely Kyaks Theaterkolumne http://kolumne.gorki.de/kolumne-88/

Hitler erlaubt, kurdisches Grammatikbuch verboten

zu den Durchsuchungen des inzwischenen verbotenen Mesopotamien-Verlag


Pressemitteilung Staepa Friedrichshain-Kreuzberg - Derik: Dezember 2018:

Kein weiterer Einmarsch der Türkei in Nordsyrien!

 

anfdeutsch.com / 13.12.2018

Mobilmachung in Nordsyrien

 Mit einer schriftlichen Erklärung hat der Exekutivrat der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien nach der Ankündigung einer Militärinvasion in der Region durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zur Mobilmachung aufgerufen. >>


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